Bläschen auf der Zunge: Ursachen und Symptome

Bei Bläschen auf der Zunge oder unter der Zunge sowie am Zungenrand kann es sich um verschiedene Ursachen handeln. Grund zur Sorge besteht in der Regel nicht, verschwinden solche Bläschen doch meistens nach einigen Tagen von ganz alleine wieder. Nicht so ganz harmlos können die Bläschen aber dann sein, wenn sie durch Herpesviren verursacht worden sind.

Welche genauen Ursachen die Bläschen auf der Zunge haben und welche Symptome auftreten können, lesen Sie in diesem Artikel.

Bläschen auf der Zunge: Meist handelt es sich Aphthen

Bläschen auf der Zunge

Aphten auf der Zungenspitze

In den meisten Fällen handelt es sich bei Bläschen auf der Zunge um Aphthen. Der langjährige Durchschnitt zeigt, dass in Deutschland circa 17 Prozent der Bevölkerung oftmals fünfmal jährlich unter Aphthen leiden. Am Anfang sind es kleine, weißlich-gelbe Bläschen, die meistens einen roten Rand (Hof) besitzen. Sie können einzeln oder auch gehäuft auftreten und sind ziemlich lästig und zuweilen schmerzhaft.

Die verschiedenen Aphthen-Typen

Die „Minor-Form“ ist der häufigste Aphthen-Typ. Dabei geht es um einzelne Bläschen, die nach maximal 14 Tagen abheilen, ohne Narben zu hinterlassen. Die „Major-Form“ besteht aus einzelnen, großen Aphthen, die mehrere Wochen bestehen können und oftmals mit einer Narbenbildung einhergehen, sie kommen aber seltener vor. Besonders selten kommt es zum herpetiformen Typ, der aber nichts mit Herpesviren zu tun hat. In diesem Fall verteilen sich sehr viele kleine Aphthen in der gesamten Mundhöhle. Meistens sind davon ältere Menschen betroffen.

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Bläschen oder Knötchen auf der Zunge?

Aber nicht immer handelt es sich bei den Bläschen auf der Zunge auch um Aphthen. Sollte dies der Fall sein oder Sie sich nicht sicher sein, ist es wichtig zu wissen, ob Sie Bläschen oder Knötchen auf der Zunge haben.

Im Unterschied zu Knötchen haben Bläschen eine eher durchsichtige Oberfläche, unter der sich eine Flüssigkeit, zum Beispiel ein eiterähnliches Sekret, befinden kann (wie z.B. bei Aphthen). Knötchen sind dagegen nicht gefüllt, sie wirken kompakter und bestehen ausschließlich aus Gewebe. Allerdings kann bei einem entzündlichen Prozess auch hier Eiter oder Blut austreten.

Egal, ob Bläschen oder Knötchen, beide sind unangenehm und oftmals schmerzhaft, gerade beim Sprechen oder Kauen. In beiden Fällen kommen als Ursachen durchaus auch Lebensmittelunverträglichkeiten wie die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder auch andere Allergien infrage. Letztere werden oft durch Ananas oder Kiwi ausgelöst.

Die verschiedenen Ursachen für Bläschen auf der Zunge

Plötzlich sind sie da und fast ebenso schnell sind sie schon wieder weg, harmlos sind sie allemal. Aber das geht auch anders, denn es gibt schwerwiegende Erkrankungen, die Bläschen auf der Zunge als Nebensymptom hervorrufen können. Beispiele dafür sind:

  • Mundkrebs
  • Tuberkulose
  • Syphilis
  • Nebenwirkung einer Chemotherapie

Gegenüber Histamin reagieren viele Menschen ebenfalls überempfindlich. Dieses „Gewebshormon“ ist zum Beispiel in Hasel- und Walnüssen und entsprechend in Nussschokolade, Zitrusfrüchten, Tomaten, Käse (Blauschimmel), Rotwein und scharf gewürzten Speisen enthalten. Bei einer Überreizung der Geschmacksnerven kann eine Bläschenbildung (die sogenannten „Lügen-Bläschen“) ausgelöst werden, wobei sich die Geschmacksknospen entzünden.

Bei einer allgemeinen Immunschwäche, so auch nach einem langen, anstrengenden Winter, kann ein Candida-Befall eintreten, der mit der Bildung weißlicher Bläschen einhergeht. Überhaupt können Bläschen auf der Zunge eine sich bald entwickelnde Erkältung oder Grippe ankündigen.

Mangelhafte Mundhygiene, Zigaretten- und Drogenkonsum können ebenfalls zu Bläschen auf der Zunge führen. Wenn Herpesviren mit im Spiel sind, sind die weiß-gelblichen Bläschen auf der Zunge oftmals in Reihen angeordnet. Das hat damit zu tun, dass jene Bläschen, die sich öffnen, in der unmittelbaren Schmier-Umgebung weiteren neuen Bläschen eine Basis schaffen.

Um den Überblick nicht zu verlieren, möchten wir die Ursachen für Bläschen auf der Zunge nochmals zusammenfassen:

  • allergische Reaktionen
  • Empfindsamkeit gegen Histamin
  • überreizte Geschmacksnerven
  • seelische Belastung beziehungsweise Stress
  • eine gewisse allgemeine Immunschwäche
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel durch unausgewogene Ernährungsweise
  • Hormonschwankungen, zum Beispiel ausgelöst durch Menstruation
  • Irritationen der Schleimhaut beispielsweise durch schlecht sitzende Zahnspangen oder Zahnprothesen
  • genetische Disposition (wenn schon Eltern oder Großeltern häufig unter Aphthen litten)
  • intensive Sonnenstrahlung
  • oraler Geschlechtsverkehr

Symptome durch die Bläschen

Zunächst sind es lokal spontan auftretende Schmerzen, die zuweilen mit einem juckenden Gefühl und einer kleinen Schwellung verbunden sein können. Wenig später sind dann bei genauerer Betrachtung einzelne oder mehrere Bläschen entweder gleich vorne auf der Zungenspitze, unter der Zunge oder am Rande der Zunge erkennbar. Diese schmerzhaften Bläschen treten in manchen Fällen auch auf den Schleimhäuten der Backentaschen oder im Innenbereich von Ober- und Unterlippe auf.

Es gibt durchaus die Situation, dass eine bestimmte (scharfe) Mahlzeit unmittelbar solche Bläschen auslöst, in anderen Fällen entwickeln sie sich erst während des Nachtschlafs und werden dann erst beim Sprechen oder Essen als Schmerz wahrgenommen. Treten sie fast symmetrisch auf beiden Seiten der Zunge auf, sind sie meistens recht harmlos.

Es kann ja vorkommen, dass man sich schmerzvoll auf die Zunge beißt. In der Folge kann sich an dieser Stelle ein anschwellendes, gutartiges Fibrom (mesenchymale Geschwulst) ausbilden. Wenn dieses nicht nach wenigen Tagen von selbst wieder verschwindet, sollte man es untersuchen lassen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Natürlich muss man bei ein paar Bläschen auf der Zunge nicht sogleich den Arzt aufsuchen. Allerdings ist es nicht so einfach, alle Seiten seiner Zunge selbst im Spiegel betrachten zu können. Falls aber wenige Bläschen auf diese einfache Weise lokalisiert werden können, ist es durchaus ratsam, eine schnelle Linderung mit Hausmitteln wie Kurkuma oder Honig herbeizuführen. Wenn der begründete Verdacht besteht, dass bestimmte Lebensmittel als Verursacher infrage kommen, lässt sich dies zum Beispiel mit einem Ernährungstagebuch oder mithilfe eines Allergietests verifizieren.

Verhärtete Knötchen oder Beulen, die vielleicht sogar weitgehend schmerzfrei sind, offene Wunden und rote oder weißliche Flecken (Soor, Candida) auf der Zunge, nachhaltige Veränderungen im Mundraum oder ein großflächiger Befall von Bläschen im Mund sind verdächtig und geben unbedingt Anlass zu einem Arztbesuch.

Die ärztliche Untersuchung

Nach der ersten Inaugenscheinnahme und Bewertung wird der Arzt zur Sicherheit wahrscheinlich einen Abstrich nehmen. Oftmals hat der erfahrene Arzt sofort einen Verdacht und wird ganz gezielte Fragen zur Eingrenzung des Sachverhalts stellen. Dabei kann es durchaus auch mal „indiskret“ zugehen, wenn der Arzt wie selbstverständlich die Sexualpraktiken seines Patienten ausforscht. Ehrlichkeit liegt dann im eigenen Interesse, wenn die richtige Diagnose erwünscht ist. Im Übrigen gilt ja die Schweigepflicht des Arztes, die dieser in aller Regel sehr ernst nimmt.

Falls die Diagnose in Richtung Herpes tendiert, ist der hohe Grad der Ansteckungsgefahr zu beachten. Damit verbunden ist auch stets eine Verschleppung der Bläschen in andere Bereiche des eigenen Rachenraums.

Fazit

Bläschen auf der Zunge sind fast immer harmlos. In den meisten Fällen handelt es sich bei diesen Bläschen nämlich um Aphthen, welche nicht ansteckend sind und innerhalb von maximal zwei Wochen von selbst abheilen. Wenn die Bläschen länger Bestand haben oder sich sogar großflächiger ausweiten, ist ein Arztbesuch dringend geboten.